Rezension: Gisa Klönne - Die Wahrscheinlichkeit von Glück

Die Verpackung trügt nicht, ich find das Buch von außen und von innen  toll!

Die Hauptprotagonistin dieses Buches muss ich gleich zu Beginn sagen, war mir erst unsympathisch. Frieda ist eine eher rationale Astrophysikerin, die zwar nach Exoplaneten sucht, aber ansonsten ihr Leben mit Pro und Contra-Listen entscheidet.

Als ihre Tochter einen Unfall hat trifft sie das schwer und natürlich unerwartet, was ihre sonst so durchstrukturierte Welt auf den Kopf stellt.

Parallel dazu erfährt man Ausschnitte aus dem Leben des Hauptprotagonisten Arno, der eher seinem Bauch traut, zu Spaß aufgelegt ist, aber auch seine eigene tiefe Geschichte hat.
Die Pfade beider Protagonisten kreuzen sich im Laufe des Buches und beide helfen sich einander ihre Gefühle besser zu verstehen. Und auch die einen Teil vergessene deutsche Geschichte dem Leser auf eindrückliche Art und Weise nahezubringen, nämlich die Geschichte des KZ Sachsenhausen. Die ich mit Achtung und Interesse spannend hier verfolgt habe.

Durch das Buch hinweg herrscht eine gewisse Anziehungskraft nicht nur zwischen den Protagonisten sondern auch vom Leser zum Buch, man will immer weiter lesen und tiefer in die Geschichte einsteigen. Nach und nach entdeckt man eine Art zweite Welt, die sich mit Friedas Mutter Henny entwickelt, die wiederum ein Band zu ihrer Enkelin Alina schlägt.

Der Perspektivenwechsel zwischen den Mitspielenden ist gut gewählt, spannend und immer nachvollziehbar. Der Autorin ist es wunderbar gelungen, den verschiedenen Personen eigene Sprach also hier dann Schreibstile zu geben, was die Figuren alle samt fassbar macht und so real. Deswegen mir zum Beispiel Frieda unsympathisch aber Henny umso liebevoller und näher. 

Ich finde das Buch ist sehr emotional und auch historisch gelungen und obwohl es eher dick erscheint, verging die Zeit beim Lesen wie im Flug.

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