Rezension: Thomas Wendrich - Eine Rose für Putin

Inhaltsangabe

Ein ungeklärter Kindesraub 1985 in Dresden? Eine Entführung außer Landes? Eigentlich nicht vorstellbar zu Zeiten streng bewachter Grenzen – es sei denn ... Johann Stadt hat sich mit seinem Regisseur in ein uckermärkisches Landhaus zurückgezogen, um diesen historischen Stoff zu entwickeln. Zu Anfang ist alles wie immer: Die Postbotin bringt Post, der Dorfpolizist schnüffelt, der Autor erfindet. Doch gerade hier, in der Stille und Abgeschiedenheit des Landlebens, sieht sich der Drehbuchschreiber plötzlich mit bizarren Erscheinungen konfrontiert. Die Aufzeichnungen von Johann Stadt führen den Leser immer tiefer in eine aberwitzige Welt des Verbrechens. Bald kämpft er mit einer gut frisierten Leiche, unmusischen Provinzpolitikern, geschäftstüchtigen Atomforschern, dem superlangen Arm des KGB und nicht zuletzt einem aufgescheuchten Schwanenclan. Buchstäblich unter Einsatz seines Lebens recherchiert und schreibt er akribisch eine unglaubliche Geschichte über den Wert eines Menschenlebens, die immer mehr zu seiner eigenen wird. Thomas Wendrichs ideensprühendes Debüt ist eine Roadnovel ohne Fahrbahnmarkierung – eine unerhörte Story über die Verschiebung des Westens in den Osten und die Ausbreitung des Ostens im Westen. Mit Gespür für Chaos, tragikomische Situationen und literarische Traditionen erzählt er von der Ungeheuerlichkeit eines Verbrechens und dem Wahnsinn, das Unfassbare festzuhalten.

Meine Meinung

"There's a fine line between genius and insanity." (Oscar Levant)

Ich kann hier gar nicht so viel schreiben ohne zu viel zu verraten, denn ich glaube diese verrückte Reise muss man wirklich selbst durchmachen. Ich hab mich auf jeden Fall wie mit dem Zitat ausgedrückt, dauerhaft auf diesem schmalen Grad befunden.
Der Autor schickt den Leser hier durch verschiedene Zeitebenen oder eben doch nicht?
Durch verschiedene Handlungsstränge oder eben doch nicht?
Auf den Weg mit ganz unterschiedlichen und meist tiefgehenden Charakteren, deren Wege dann doch abrupt enden.

Ich habe mich in dieses Buch eingefühlt und wurde dann doch des öfteren wieder aus der Bahn geworfen. Habe mit Johann und seinem Regisseur philospohiert nur um in einer Endlosschleife zu enden. Probiert Dinge zu durchschauen, wo es gar nichts gab und hab mich immer wieder gerne auf Irrwege begeben.

Die Themen, die angesprochen sind, sind teilweise wirklich komplex und tiefgreifend. Vor allem hängen sie immer wieder mit dem Ost-West-Konflikt zusammen. Ich habe gelernt und konnte mir dennoch irgendwie eine eigene Meinung bilden. Auf jeden Fall muss man einfach sagen, das Buch regt zum Nachdenken an.  Stellt in einigen Punkten auch wie ich finde, die eigenen Vorstellungen von Richtig/Falsch an den Pranger und lassen einen vor allem am Schluss mit einem teilweise offenen Ende weitergrübeln.

Fazit:
Das Buch ist wirklich eine Art Matroschka, in der wahnsinnig viel zu finden ist.

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