Rezension: Nick Hornby - Miss Blackpool

Inhaltsangabe:
Barbara hat die Nase voll. Nur raus aus dem verschlafenen Blackpool. Statt ihre Wahl zur Miss Blackpool anzunehmen, nimmt sie Reißaus und zieht nach London. Aber das ist die reine Enttäuschung: London ist langweilig und teuer. Als sie zufällig dem Agenten Brian in die Arme läuft, wendet sich das Blatt: Bei einem Casting sind schlagartig alle hin und weg von ihr. Mit ihrer provinziellen, aber dreist offenen Art erobert sie die Herzen der Crew. Und die macht sie zum Star einer neuen Comedy-Serie. Die Heldin: eine temperamentvolle junge Frau aus Blackpool, mit breiten Akzent, liberalen Einstellungen und einem Herzen aus Gold

Meine Meinung:
Der Schauplatz ist London zu Beginn der 60er. Zeiten von denen ich als 80er Jahrgang etwas entfernt bin, dennoch war ich zu Beginn sehr interessiert.
Man startet in Blackpool aus dem Barbara unbedingt raus will, sie will Comedy machen und in die Großstadt. Der Traum aller Kleinstadtmädchen :) Ich dachte  zuerst Barbara wird eine sehr starke Protagonisten, die sich durchsetzt und auch viel erlebt. Irgendwie habe ich diesen Wandel aber im Laufe des Buches wohl verpasst. Barbara wechselt ihren Namen wird Sophie, bekommt eine Show auf den Leib geschrieben, wird ein ganz großer Star. Dabei entwickelt sie sich kaum, will immer noch mehr und bleibt eine dieser tragischen Helden bis fast ganz zum Schluss.
Interessanter sind die Nebenfiguren Bill und Tony, hier wird ein bisschen Politik gemacht, es geht um Homosexualität und das Brechen von Tabus. Sie schreiben wichtige Themen in das Drehbuch, zanken sich manchmal mit etwas Humor und leben sich dann aber auseinander. Sie stehen dafür wie in den 60er durch genau solche Shows die Ansichten in England ins Wanken gerieten und ein Wandel stattgefunden hat. Dies musste wohl mit viel Spaß und Spektakularität geschehen sein, doch es kommt so nicht rüber. Mir fehlte der Pfiff, ich dachte irgendwie einfach die ganze Zeit es passiert viel mehr, es wird viel mehr angesprochen, aber alles bleibt oberflächlich. Die Geschichte plätschert so dahin.
Gelesen wird dann noch von Tobias Meister, der wirklich super spricht und einem schon Atmosphäre vermittelt, aber dennoch irgendwie eine Distanz aufbaut. Ich hätte mir irgendwie am Ende dann doch eine weibliche Stimme gewünscht. Vielleicht hätte ich mich dann ein bisschen mehr in Sophie reinversetzen können.

Fazit:
Wenn man mit den englischen TV-Comedys aufgewachsen ist, kann man vielleicht ein bisschen mehr schmunzeln und wird auch mehr in die Zeit versetzt. Ansonsten ist es zwar ein Buch zum schmunzeln, aber man muss es nicht unbedingt lesen.

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