Rezension: Jeanette Winterson - Der weite Raum der Zeit





Inhaltsangabe:

Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

Jeanette Winterson spielt souverän mit Figuren und Handlung aus Shakespeares "Das Wintermärchen" und erzählt eine verblüffend moderne Geschichte über rasende Eifersucht, blinden Selbsthass und die tiefe Sehnsucht in uns, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen.

Meine Meinung:
Schon das Cover ist Leichtigkeit und Schwere zugleich wie ich finde, die sich auf jeden Fall im Buch widerfindet. Die Farben sind einladend aber irgendwie eben auch irreal.
Für Nicht-Shakespeare-Leser beginnt das Buch mit einer Zusammenfassung des originales Stückes um einen einzustimmen. Einerseits gut und andererseits auch irgendwie ein bisschen schwierig, weil man ja schon weiß was dann passiert. Ich denke aber es greifen sowieso mehr Leute zu diesem Buch, die das Stück schon kennen. Also eigentlich egal ;)

In der Neufassung sind die Personen in unsere heutige Zeit verstzt und obwohl die Originalfassung 1611 erschien, finden sich diese Figuren wirklich gut wieder. Denn die Zeit dreht sich wohl doch ein bisschen im Kreis. Man nimmt jeder einzelnen Person in diesem Buch ihre Person selbst vollständig ab und ist deshalb manchmal amüsiert, traurig, verzweifelt aber vor allem nachdenklich. Wie nur konnte es so weit kommen?
Dafür aber auch finden sich Antworten, die zwar nicht immer zufrieden stellen aber akzeptiert werden müssen.

Obwohl ich die Geschichte verschlingen wollte, weil ich sie wirklich interessant fand und auf die ganzen Wendungen gewartet habe, musste ich das Buch ab und an zur Seite legen. Manchmal weil ich nochmal nachdenken wollte über dieses oder jenes. Ein anderes Mal weil ich wirklich gemerkt habe, dass mich das Lesen anstrengt, denn es ist nicht die leichteste Kost. Sie lohnt sich aber meiner Meinung nach, denn hier werden nunmal die Themen der Zeit angesprochen: Liebe, Rache, Vergebung, aber auch Familie und irgendwie die Zeit selbst.

Fazit:
Ein sehr gute Neuinterpretation, die wunderbar Fuß fasst in unserer Zeit und zum Nachdenken, sowie Diskutieren einläd.

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