Rezension: Sally Perel - Ich war Hitlerjunge Salomon


Buchinfo:
Sally Perel ist sechzehn, als er 1941 von den Nazis gefangen genommen wird. Er ist Jude und schon seit Jahren auf der Flucht. Er weiß, dass er nur eine Chance hat: seine Papiere entsorgen und eine andere Identität annehmen. Der Mut der Verzweiflung macht aus ihm Jupp Perjell, das jüngste Mitglied der deutschen Wehrmacht. Ein Jahr lang lebt er mit den Soldaten an der Ostfront und unterstützt sie als Dolmetscher. Danach schickt man ihn nach Braunschweig, wo er bis Kriegsende inkognito in einem Internat der Hitlerjugend bleibt. Sally Perels Autobiografie ist ein ebenso berührendes wie bemerkenswertes Dokument, das nichts von seiner Eindringlichkeit verloren hat.

Meine Meinung:
Ich verschlinge geschichtliche Bücher zu diesem Thema meist sehr schnell und so ging es mir auch hier. Dieses Buch ist an sich schon etwas besonderes, denn es ist von einem Zeitzeugen selbst geschrieben und nicht zusammengewürfelt aus verschiedenen Infos (nicht dass ich die anderen Bücher abwerten will!)
Hier bekommt man immer wieder die Not von Sally Perel zu spüren, der unbedingt sein Gesicht als Jupp aufrecht erhalten muss. Der Schreibstil ist dabei prägnant, unbeschönigt und meist fließend. Obwohl zwischendrin mal in der Zeit gesprungen wird, was mich ab und an aus dem Lesefluss gebracht hat. Dennoch wollte ich immer weiter wissen, was mit ihm passiert, wie er es weiter schafft und ob er am Ende seine Familie wiederfindet.

Zwischendrin gibt es immer wieder Bilder und so wird man doch schmerzlich daran erinnert, dass es sich um echte Menschen handelt. Denn man will wirklich als Leser lieber glauben dass ein bisschen geflunkert wird hier und da. Aber nein die Beschreibungen sind echt und man kann auch gut auf einer Karte folgen, wie viel Sally hinter sich gebracht hat, was er verlassen musste und wieder aufbauen. Sein Glück war auch einfach manchmal das Chaos, das zu der Zeit überall geherrscht hat. Die zeitlichen Abfolgen werden auch detailliert beschrieben, sodass das Buch auch gut für eine Auffrischung in Geschichte dienen kann.

Fazit:
Sally Perel schreibt selbst dass er in Vorträgen vor allem die Jugendliche warnen möchte "wie sie verführt werden, wie sie geblendet werden und schließlich geopfert werden" (Nachwort)
Das wird hier wirklich deutlich in seiner Beschreibung, sodass man ihn noch lange mit sich trägt. Auch wenn das jetzt 0815 klingt...Solche Geschichten sollten einfach nicht vergessen werden!

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