[Rezension] Jodi Picoult - Bis ans Ende der Geschichte (Hörbuch)





Inhaltsangabe:
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Sage fühlt sich schuldig, weil sie am Steuer saß. Josef Weber, ein 90-jähriger Mann aus ihrer Trauergruppe, kommt sie ab und an besuchen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma. Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?


Meine Meinung:
Gelesen wird das Buch von Barbara Nüsse, Lisa Wagner, Patrick Heyn, Wolf-Dietrich Sprenger und Cornelia Dörr. Man weiß also schon dass verschieden Perspektiven zum Ausdruck kommen, die sehr interessant sind und manchmal wunderte ich mich wieso sie nicht öfter gewechselt haben, denn innerhalb von Sages Zuhören hätte ich gerne wieder Josef´s Stimme gehabt, aber das fiel mir nur manchmal im Nachhinein auf.

Das Hörbuch dauert wirklich lange es sind 10h, die einen erschaudern lassen und auch nachdenklich machen. Ich höre solche Bücher meist auf meinen Pendlerfahrten zur Uni deshalb habe ich immer wieder lange Pausen drin, die ich effektiv nutzen kann mich mit den letzten Kapiteln auseinanderzusetzen. Was hier wirklich nötig war, denn manchmal wollte man gar nicht weiter wissen oder mehr Details haben von Minkas Vergangenheit. Ihre Geschichte ist packend und realistisch dargestellt und furchtbar erschreckend. Ich bin immer wieder erstaunt, obwohl ich mich viel in Bücher zu Konzentrationslagern und dem zweiten Weltkrieg verloren habe, wie sehr jede einzelne neue Geschichte einen packen kann und wirklich immer wieder einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Ich hoffe sehr dadurch gehen diese so wichtigen Geschichten und Lehren die man daraus ziehen sollte nicht verloren.

Interessant ist auch wie Minka ihre Vergangenheit teilweise verarbeitet hat bevor sie ihrer Enkelin alles erzählt: sie war Autorin. Auch diese Geschichte hört man abwechselnd mit den anderen Perspektivwechseln, sie ist grauenhaft, ein bisschen blutig und eher im Fantasy-Genre angesetzt obwohl man nach und nach Parallelen findet zu den anderen Figuren im realen Leben von Minka. Sie selbst gibt ihren Figuren eine Tiefe und verschiedene Seiten, die einem schon die Schuldfrage/Vergebungsfrage ins Gedächtnis rufen.

Aber vor allem Josefs Berichte sind irgendwie nicht so tiefgreifend oder auch irgendwie emotional, sodass man eigentlich sich um seine Bitte die er an Sage richtet nur wundern kann. Und dann wäre da noch Sage, die mich irgendwie überhaupt nicht fesseln kann. Sie ist eigentlich die Hauptfigur in diesem Roman und das Verbindungsstück zwischen allen Figuren. Ihre großese Problem ist: sie kann sich selbst nicht lieben, soll aber hier die großen Fragen des Lebens klären: kann man jemandem der so schreckliche Dinge getan hat vergeben???

Dabei verliert sie sich immer wieder in ihrer eigenen Welt und ihren Narben die sie mit sich trägt nach einem Familienunfall - was ehrlich gesagt irgendwie ein ganz anderes Fass aufmacht als das, welches hier eigentlich meiner Meinung nach bearbeitet werden soll. Am Anfang war ich noch sehr interessiert, aber dem Ende entgegen wollte ich Sage gar nicht mehr zuhören und konzentrierte mich nur noch auf die Geschichte wenn einer der anderen Namen fiel.

Fazit: 
Sehr gut gelesenes Hörbuch, das vor allem bei den Berichten im Ghetto und den Konzentrationslagern packend und schrecklich ist. Auch die Fantasy-Teile sind gut gemacht. Bei den anderen ist die Story etwas langatmig aber dennoch war ich nie so weit es aufzugeben.

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